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Sketche zur Goldhochzeit





Wenn einige Menschen sich zusammen finden, um eine Goldene Hochzeit zu feiern, lockert vielleicht ein kleiner Sketch oder Vorführung (zur Belustigung der Gäste), die Feier etwas auf. Vielleicht findet ihr einige Zeilen, die euch gefallen. Viel Spaß beim Lesen.
Und später - gutes Gelingen bei den Aufftritten auf Goldene Hochzeiten

Diese Verse stelle ich euch gerne für private Zwecke zur Verfügung.




Hochzeitsvortrag zur Goldhochzeit

(Sketch für zwei Personen)


Grau und Gelb


Ein Kapuziner, alt, mit langem, weißen Bart, graue Kutte
mit Kapuze und Rosenkranz am Gürtel.

Fama, die Göttin der Gerüche, langes griechisches gelbes
Gewand, im Rücken Flügel, im Haar hohes Diadem!


Kapuziner (Gesicht sehr roth, kommt schnell herein,
betrachtet die Gesellschaft)

Heissa! Juchheissa! Dudeldumdei!
Hier gehts ja hoch her! Bin auch dabei!
Ist das eine Versammlung von Christen?
Seid ihr Türken? Seid ihr Antibaptisten?

(nach hinten zeigend)

Da draußen schon in dem Korridor
Traf ich viel aufgeputzte Corps,
Denn der Zeitgeist pflegt jetzt leider
Bunte Lappen und Flitterkleider.

(in den Saal zeigend)

Hier selbst im Saale, was sehe ich?
Mehercule! Es ist füchterlich!
Die Damen wie'n Babels-Turm friesiert,

(hält die Hand verschämt vor's Gesicht)

Et in immensam dekolltirt;
Das nennen neuste Mode sie,
Oh! tristis finis saeculi!
Und ferner: auch ganz hochmodern,
Kahlplattig selbst die jungen Herrn;
Halseisenart'ge hohe Kragen,
So etwas hat man nicht getragen,
Als ich vor 50 Jahren kam
Dereinst zu Braut und Bräutigam.
Luxuriose vivere - Schlemmerei,
Champagner trinkt ihr in volen Zügen,
Caviar und Austern Euch kaum genügen;
Das sollt Ihr nicht! Contenti estote!
Speist unbelegte Butterbrote!
Statt Predigt hören bei 'nem Vater,
Lauft ihr in irgend ein Theater; -
Statt fromme Bilder anzuschaun,
Muß Euch Ballet-Trikot erbauen
Und selbst, was sonst die ganze Welt
Erleuchtet hat und auch erhellt:
Oel-Lampen wollt sogar Ihr nicht,
Sondern nur noch elektrisch Licht. - -
Wär Paulus Euch gleich gewesen, Ihr, Lieben
Hätt' nie er den Brief an die Römer geschrieben
Er hätte wie Ihr sowas ausgeführt
Und telegraphiert - oder telefoniert.
Sic transit mundi gloria!
So geht's jetzt zu, Ihr wißt es ja!
O! wäre nur eine Persönlichkeit
Hier noch zu gegen aus alter Zeit,
Ich gäbe was drum, Ihr Herrn und Damen;
Quod erat demonstrandum! Amen!

Fama (tritt ein)

Dein Wunsch ist schnell erfüllt!--
Als durch sein mächt'ges "Werde"
Zeus schuf das Himmelsbild
Und Feuer, Wasser, Erde,
Ward ich auch in die Welt gesetzt,
Die Menschen auszuspüren.

Kapuziner: Und hielten sich so jung bis jetzt?
Das nennt man konserviren!
Sie sind 'ne Nymphe, wie es scheint?

Fama: Die Fama bin ich, lieber Freund,
Ein in der Luft frei schwebend Wesen.

Kapuziner: Das hab' ich im Ovid gelesen!

Fama: Im Aether hanget mein Palast
Mit 1000 Türen groß und klein,
Durch diese schlüpfen ohne Rast
Stets Neuigkeiten zu mir ein;-
Aus klingend Erz ist er erbaut,
So daß ein jegliches Gerücht
Gleich 1000-fältig rücktönt laut
Und schnell von Mund zu Mund sich spricht.
-Geflüster- sei es noch so leise,
Durch mich wird es bei Tag und Nacht
Bis in die allerfernsten Kreise
Ganz sicher weiter fort gebracht.

(Kapuziner mustert sie indessen wohlgefällig)

Durch mich hört' man vor 50 Jahren,
Daß jene beiden Leutchen dort
Verliebt sehr ineinander waren! -
Die Fama trugs schnell weiter fort,
Von Ohr zu Ohr es eilig lief
Und wer es hörte - freudig rief:
Das ist doch mal nach langer Zeit
'ne angenehme Neuigkeit.

Kapuziner: Ja! Ich entsinne mich noch dessen,
Es gab ein feines Hochzeitsessen,

(schnalzt mit der Zunge)

Gemüse - Eis - und junge Hühner . . .

Fama: Das ist doch nichts für Kapuziner?
Ihr solltet doch:

(im nachmachend) contenti estote!
Vergnügen euch mit Butterbrote!

Kapuziner: (verlegen stammelnd)
Natürlich ... allerdings... das heißt,
Damals war ich ein junger Geist,
Trug Kutte nicht und Rosenkranz -

Fama: (fällt ihm ins Wort)

Nahmst Teil sogar ganz flott am Tanz,
Hast alle Mädchen stark poussirt,
Trotz - oder weil sie dekolltirt.

(sie droht ihm schelmisch)

Drum schäme dich, daß aus den Sachen
die damals lie gewesen dir
Du jetzt willst einen Vorwurf machen
Den Gästen dieses Festes hier
Und räsonnire nicht drauf los
Alter! - auf jüngre Leute.

Kapuziner: (fasst sie um die Taille)

Frau Fama - sie sind ganz famos,
Das Jüngre paßt mir heute,
Denn - was das Alte anbetrifft

(streichelt ihr die Backe)

In dem Sinn ist's mir fern,
Auch lehrt ja schon die heilge Schrift:
Galant sind - - alte Herren; -
Schon 100 Jahr war Abraham
Als seinen Isac er bekam.

Fama: (sich von ihm losmachend).

Schau' du frommer Kuttenmann
Dort das Jubelpaar dir an,
Jener würd'gen alten Dame,
(Klara Müller) ist ihr Name,
Istviel besser es hienieden
Alsder Frau des Lot beschieden - -
Wenn sie heute schaut zurück
Macht's ihr nicht Beschwerden
Sie wird nicht durch Rückwärtsblick
Zur Salzsäule werden.

Denn die lange Ehezeit
Brachte ihr nur Segen,
Frohsinn und Zufriedenheit
Immer fast entgegen.
Und wenn sich auch eingefunden
Hin und wieder trübe Stunden,
Heute stimmt sie froh mit ein,
Dank dem Herrn der Welten:
50 Jahr vermählt zu sein,
Solch ein Glück ist selten!

Kapuziner: Gleiches gilt vom lieben Mann! -
In stets biedrem Walten
Hat vom Hochzeitstage an
Treulich er gehalten
Alles was er ihr versprochen
Und in Liebe immerdar,
Gleich den ersten Flitterwochen
Lebten sie durch 50 Jahr.

Fama: Wenn auch mal - zum Zeitvertreib
Wie die Fama kündet,
Der Herr (Franz) ein andres Weib
Schön und reizend findet,
Kam dies vor nur en passant,
Doch sofort - wie's schicklich,
Schaut er (Clara) wieder an,
Fühlt mit ihr sich glücklich.

Kapuziner: Mit kurzen Worten schnell erledigt
Ward immer so etwas von ihr.
Sie hielt 'ne Kapuzinerpredigt,
Ungefähr wie ich heute hier
Und er - ward Bettelmönch zum Schluß;

(umarmt Fama)

Umarmt sie herzlich sehr
Und bettelt - um 'nen süßen Kuß.

(will Fama küssen, sie schlägt ihn)

(zornig) Frau Fama!

Fama: Niemals familiär!
Hättst du wie (Franz) dich einst vermählt,
Dann hätt'st du was zum küssen,
Doch da dir eine Gattin fehlt,
Wirst du verzichten müssen.

(zum Publikum)

Hört drum ihr Männer weit und breit,
Achtet auf meine Lehren:
Heiratet! Und zur rechten Zeit!
Nur dann könnt ihr in Ehren
Der Liebe Höchstes lernen ganz,
Wie dieses Paar im goldnen Kranz.

Kapuziner: Den goldnen Lehren, die ihr gebt,
Muß ich beistimmen ganz und gar;
Mein Auge sich gen Himmel hebt

(Hände segnend ausbreitend)

Gott! Schütze weiter dieses Paar,
Halt' ihnen Mißgeschicke fern,
Fern auch der Sorgen jede;
Ich halte ihnen dann ganz gern
'ne Kapuziner-Rede
Noch einmal, die sich hören läßt,
Beim diamanten Hochzeitsfest.




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