Impressum

 



Silberhochzeitsrede






Eine Hochzeitsrede zu halten, fällt vielen nicht gerade leicht.
Oft fehlen die Worte oder der Mut. Einen guten Ratschlag der den Mut anfacht, habe ich zwar nicht auf Lager aber . . . einige Anregungen die so übernommen oder in ihrem eigenen Sinne für private Zwecke abgewandelt werden können, stelle ich ihnen gerne zur Verfügung.

Vielleicht findet ihr einige Zeilen, die euch gefallen. Viel Spaß beim Lesen.





Vortrag für eine Silberhochzeit

(zu sprechen von der Erstgeborenen)



Die Ehe als Theaterstück


Hochgeehrte Herrschaften!

Man sagt - es sei das Eheleben
Wie ein Theater anzuschaun,
Dafür will ich Beweise geben,
Verehrte Herrn und holde Fraun.
Wie ich - so wissen alle sie,
Daß eines Dichters Schöpferkraft
An Ort und Zeit sich bindet nie,
Sondern sich meistens zauberhaft
In ahnungsvollem Zukunftstraum
Fortschwingt über den Weltenraum.

Auch von dem Silberjubelpaare
Seh'n drum viel große Dichter wir
Schon voraus ahnen viele Jahre,
Daß wir es heute feiern hier; - -
Es ward von seinem Eheleben
Seit es begann im Mythenglück
Uns manches schöne Bild gegeben
Als treffliches Theaterstück! -

Wie sah Frau (Anna) minnig aus
Als "Jungfrau" in der Elternhaus,
Wonach Herr Schiller - mit Bedacht
Sein schönes Stück: "Die Jungfrau" macht".

Er legt dem Herzog von Burgund
Darin die Worte in den Mund,
Die später (Julius) sagte laut
Als (Anna) er zuerst geschaut:

"Wie wird mir? Ist's der Liebesgott,
"Der mir das Herz im Busen wendet?
"Sie trügt nicht diese wonnige Gestalt,
"Durch ihren Zauber fühl' ich mich geblendet
"Gleich wie durch himmlische Gewalt. -
"Das Herz sagt mir, sie ist von Gott gesendet.

Auch sie - als sie zum ersten Mal ihn sah,
s' war im Theater*( beliebiger Ort) glaub' ich, wo's geschah,
Auch sie fühlt' gleich, sie müßt ihn lieben. -
-Und Goethe hat im Faust beschrieben
Wie sinnend sie von dannen zog
Mit dem bekannten Monolog:
"Ich gäb' was drum, wenn ich nur wüßt',
"Wer heut' der Herr gewesen ist;
"Er sah fürwahr recht wacker aus
"Und ist gewiß aus gutem Haus,
"Das konnte ich ihm an der Stirne lesen,
"Drum ist er gleich mit lieb gewesen.

So ist die Liebe es, die sich verbindet,
Durch sie ward einst ihr Haus begründet;
Zwei gute Menschen sind sie, die durch alle Zeit
Treu zu einander steh'n in Ewigkeit;
Drum war ihr Haus beglückt mit Segen,
Wie's schon im Tasso heißt deswegen:
"Die Stätte, die ein guter Mensch betrat
"Ist eingeweiht; nach hundert Jahren klingt
"Sein Wort und seine That dem Enkel wieder.

Und weiter in demselben Tasso steht
Wie in Frau (Anna's) Hause es zu geht:
"Willst du erfahren, was sich ziemt,
"So frage nur bei edlen Frauen an,
"Denn ihnen ist am meistendran gelegen,
"Daß alles wohl sich zieme was geschiet.

Als dann dem jungen Ehepaar
Ein Jährchen kaum vergangen war,
Da hatte mich der Storch geschwind
Ihnen in's Haus spendirt;
Birschpfeiffers Stück: "Mutter und Kind"
Wurde nun aufgeführt.

Mein weit vernehmbar lautes Schrei'n
Störte Papa oft sehr,
So daß ganz á la Wallenstein
Nach Tische äußert' er:
Sonst pflegte ich zwar meist zu ruh'n
Ein Viertelstündchen bloß,
"Jetzt aber denk' ich einen langen Schlaf zu thun,
"Denn dieser letzten Tage Qual war groß.

Zur Taufe und manch andrem Feste
Kamen dann Vettern, Onkel, Tanten,
Wie heute hier als liebe Gäste:
Benedix' "zärtliche Verwandte!"

Auch Shakespeare selbst zur Geltung kam,
Indem der Silberbräutigam,
Wenn es Frau (Anna) mal gefällt,
Daß sie Gardinenpredigt hält,
Stets bei sich denkt in solchem Falle:
Nur ruhig Blut, - "so machen es alle."

Manchmal sogar das große Wort
Er ganz gelassen spricht's:
Ach rede du nur immerfort,
s' ist nur - "Viel Lärm um nichts."

Doch meist waren Papa, Mama
Wie "Romeo und Julia";
In Liebe hielten immer beide
Fest einander Jahr fürJahr,
So daß die Ehe voller Freude
Und voller Lust stets ihnen war.
Ließen sich mal "Gespenster" sehen
Von Ibsen oder andrer Art,
Ist's eo ipsen (o) stets geschehen,
Daß man darob nicht ängstlich ward.

Von Seribe, oder Wasserleitung
Nur ein "Glas Wasser" schnell genommen
So ward durch einfachste Bereitung
Leicht jedem Schreckschuß beigekommen.
Sogar wenn Benedix' "Dienstboten"
Vom Porzellan etwas zerbrochen
Und sanftem Tadel - wie nach Noten -
In lautem Wortschwall widersprochen.

Die meisten Menschen folgen zwar
Der Fulda'schen: "Jagd nach dem Glück",
Doch unser theures Jubelpaar
Lenkte nach edlerem den Blick.

Gott Amors Pfeil war ihm nicht nur
Ein Blumenthal'scher "Probepfeil",
Sondern auf langer Ehetour
Brachte er stets ihm Glück und Heil.

Sie - die dem Himmel sich vertraut,
Gott heute froh erleben läßt,
Als Silberbräut'gam - Silberbraut
Nach Moser nun: "Das Stiftungsfest."

Und dazu wünschen alle wir
Von Herzen ihnen Glück,
Daß lustig spiele für und für
Weiter ihr Ehestück. - -
Daß rüstig in Zufriedenheit
Wie heut' sie sich stell'n dar,
Der nächste Akt sie trifft bereit:
Dereinst am Goldaltar!
Darauf laßt uns die Gläser heben:
Das Jubelpaar, hoch soll es leben!

Es lebe hoch dreimal
Tusch





Seite: Seite 1 - Hochzeitsreden   Seite 2 - Hochzeitsrede   Seite 3 - Rede zur Hochzeit   Seite 4 - Hochzeitsrede Brautvater  Seite 5 - Silberhochzeitsrede
 

Grüße

   Hochzeitswünsche
   Hochzeitssprüche
   Hochzeitsgrüße

Texte

   Hochzeitsreden
   Hochzeitsgedichte
   Polterabend

Hochzeitstage

   Silberhochzeitsgedichte
   Silberhochzeitswünsche
   Goldhochzeitsgedichte
   Goldhochzeitswünsche

Hochzeitssketche

   Hochzeitssketche
   Goldhochzeitssketche
   Silberhochzeitssketche

   Internet





Hochzeitsgedichte.co
copyright © 2011, carmen jakel



Hochzeitsgedichte.co - Hochzeitsreden: Hochzeitsrede, Rede zur Silberhochzeit, Silberhochzeitsrede Bräutigam, Silberhochzeitsrede Braut, Hochzeitsrede Brautvater