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Goldhochzeit Sketche





Wenn einige Menschen sich zusammen finden, um eine Goldene Hochzeit zu feiern, lockert vielleicht ein kleiner Sketch oder Vorführung (zur Belustigung der Gäste), die Feier etwas auf. Vielleicht findet ihr einige Zeilen, die euch gefallen. Viel Spaß beim Lesen.
Und später - gutes Gelingen bei den Aufftritten auf Goldene Hochzeiten

Diese Verse stelle ich euch gerne für private Zwecke zur Verfügung.




Hochzeitssketch zur Goldhochzeit

(Sketch für zwei Personen)


Poesie und Prosa


Poesie:
hellblaues griechisches Kostüm, im Haar hohes Diadem,
in der Hand eine Papierrolle

Prosa:
Köchin in kurzärmeligem hellen Katunkleid, Pichelschürze,
Häupchen; in der Hand eine Kasserolle.


Poesie:
Wenngleich Sie mich wohl Alle kennen
Gewiß von Kindheit an ganz früh,
Will ich doch meinen Namen nennen:
Ih nenne mich - die Poesie!

Je länger währt des Menschen Leben,
Um desto mehr wird es gewahr,
Wie viel Stationen es gegeben
Die hochpoetisch ganz und gar.

Der Jugend allererste Liebe,
Später der Seelen Harmonie,
Sie bilden in dem Weltgetriebe
Ewig erhabne Poesie!

Und nochmals später - wenn der Segen
Des Himmels ihm ist vollbescheert,
Das Alter auch auf seinen Wegen
Der Poesie niemals entbehrt.

Vor uns erblicken wir nun heute
Ein edles schönes Jubelpaar,
Ganz wie der Sage Liebesleute
Wie Pilemon und Baucis war.

Bei jenen - in dem Phrygierlande -
Begehrte Zeus einst Speis' und Trank
Und freute sich der zarten Bande,
Die beiden Alten sanft umschlang.

Da sie ihn gstlich aufgenommen,
Gewährte er den Wunsch der zwei,
Daß, wenn ihr Stündchen einst gekommen,
Für beide es gleichzeitig sei.

Und so geschah's! - Als sie von Erden
Fortmußten in das bessre Tal,
Sah man sie grüne Bäumchen werden,
Beide zugleich - mit einemmal.

Dem Wunder - brachte Huldigungen
Das Volk nun dar von weit und breit
Und durch die Poesie besungen
Tönt fort die Sage bis auf heut'.

(zum Jubelpaar)

Für unseren Familienkreis
Stellt Ihr Philemon-Baucis dar,
Als von den Göttern - wie man weiß -
Schon immer hoch begnadet Paar.

Da Ihr in Eurem langen Leben
An Liebestaten seid so reich,
Belohnt die Vorsehung Euch eben
Ganz jenem Phrygierpaare gleich.

Vereint läßt sie Euch heut die Stunde
Froh feiern noch nach 50 Jahr,
An der Ihr einst zum ew'gen Bunde
Die Hand Euch reichet am Altar.

Die goldne Myrthe, die Euch schmücket
Birgt unsrer Aller Sympathie,
Jeder von uns darin erblicket
Des Alters Liebes-Poesie.

Mag diese Liebe Euch erheben
Noch lange ungemessne Zeit
Über das Nichtige im Leben:
Die Prosa der Alltäglichkeit!

(Prosa ist während des letzten Verses eingetreten)

Prosa:
Was ist denn nach Ihrer Ansicht "die Prosa der
Alltäglichkeit"?

Poesie:
Das sind Sie selbst - Die Kochmamsell
Mit Duft der Quirl- und Topfgerüche,
Die reinste Prosa! - Materiell! -
Sie kennen Wirtschaft nur und Küche,
Während sie keine Ahnung haben
Von Poesie und Dichtergaben.

Prosa:
Ja meinen Sie denn, Ihre Poesie könnte ohne
meine Prosa bestehen? Ich will Ihnen das Gegenteil
beweisen. Goethe war doch gewissermaßen auch ein
Poet? Glauben Sie, der hat nur Brühkartoffel gegessen?
Nein, Teuerste, aus Brühkartoffeln macht man kein Gretchen,
nicht mal in Mephisto's Hexenküche, dazu gehören feinere
Gerichte, ganz gebildete Prosa. Fast jeder Mensch der in der
Welt etwas leistet, das gut ist, vermag dies nur, wenn er auch
gut ißt.
Seh'n Sie hier den Großpapa (Otto), der ist auch etwas
geworden und ist stets besonders angeregt, wenn ihm seine
liebe (Therese) eine schöne braun gebratne Gans auftischt,
dann fühlt er sich immer ganz glücklich; oder aber Donnerstag
Erbsen mit Sauerkohl und Pökelfleisch, da macht er sich selbst
seinen Vers drauf und hat Ihre Poesie nicht nötig.

Poesie:
Die Poesie wird nie vergessen,
Daß jeder Mensch auch nötig hat
Sowohl das Trinken wie das Essen:

Prosa:
Gewiß! - erst immer richtig satt!
Dann aber auch noch manches andre:
Der Morgentau und Mondenschein
Mag ja poetisch kleidsam sein,
Indessen da wir nun 'mal wohnen
In etwas kühleren Regionen,
So brauchen wir zu einem Kleide:
Baumwolle, Wolle oder Seide,
In Versen, wenn auch noch so schön
Können wir nicht spazieren geh'n.

Das hätte Papa (Otto) wohl so passen können, Frau (Therese)
wenn sie ein neues Kleid gebrauchte mit Poesie abzuspeisen, zum
Beispiel:

Ein leichtes Kleid willst du schon wieder?
Du sagst der Frühling kommt in's Land?
So nimm doch Heine's Frühlingslieder,
Im Spinde steht ein ganzes Band.

Oder wenn sie meinte:

Mir fehlt ein warmer Muff nun bald,
Es wird ja Winter und ist kalt;
Und er dann sagte:- so nimm Dir,
Das Wintermärchen von Shakespeare!

Nein! Auf sowas fiel sie nicht rein; - sie ging lieber
zu Herzog und Gerson, deren Stoffe sie praktischer
findet. Und wie brillant sie heute aussieht! Alles wie
angegossen - nach Maaß, aber kein Versmaß! - - alles
so nett, aber kein Sonett! - - die treuen Augen, darüber
dicht die Lider, braucht sie noch Dichter-Lieder?

Poesie:
Doch als vor 49 Jahr
zum ertenmal sie Mutter war,
Im Arm hielt klein (Mariechen) süß
Und ihren Sang ertönen ließ:

"Schlaf, holder Engel, mein Liebling bist Du,
"Mache die blauen Guckäuglein zu.

Das fand sie poesievoll sehr,
Wie nichts im Leben später mehr.

Prosa:
In diesem einen Falle haben sie recht.

Poesie:
Auch noch in vielen andern dann
Würdest du Recht mir geben,
Ich führe sie nicht einzeln an,
Doch merke Dir: - das Leben
Wär' ohne Poesie recht kläglich
Und für die Menschen unerträglich.
Gedenke nur der Weihnachtszeit,
Wo Reich und Arm auf Erden
Des Christbaums Poesie erfreut,
Dann wird es klar dir werden.

Prosa:
In diesem Sinne laß ichs gelten
Will nie mehr auf die Prosa schelten.
(recht ihr die Hand)
Zusammen wollen wir uns tun
Und diesem Jubelpaare nun
Für seine fern're Lebenszeit
Das beste halten stets bereit,
Was Poesie und Prosa beide
Vermögen zu der Menschen Freude.


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